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| Der Hund, der Eier legt: Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken von ,
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Statistisch Unterhaltsam
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Es gehört mittlerweile zum guten Ton in Zeitungen, Zeitschriften, wie auch in Fachartikeln neueste Erkenntnisse mit Statistiken zu untermauern. Schließlich soll beim Leser kein Zweifel an der Richtigkeit neuer Erkenntnisse aufkommen. Doch wie groß ist die Aussagekraft der Zahlen, prozentualen Auswertungen und Signifikanzen wirklich? Dubben und Beck-Bornholdt, Dozenten im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, öffnen dem interessierten Leser die Augen. In kleinen anekdotischen Geschichten und anschaulichen Szenerien beschreiben sie nicht nur die typischen (üblichen) Fehlerquellen statistischer Auswertungen sondern zeigen auch, wie leicht mit dem Zahlenmaterial manipuliert werden kann. Der Leser erfährt, wie wenig Aussagekräftig wissenschaftliche Arbeiten trotz eindrucksvoller Signifikanzen sein können, wenn die Datenmenge für eine entsprechende Auswertung ungeeignet ist. Ebenso werden falsche Rückschlüsse, Fehler erster und zweiter Art dargestellt und an Beispielen veranschaulicht. Z.B. wird berichtet, wie die unbedarfte Nutzung von Wahrscheinlichkeiten genau das Gegenteil dessen bewirken kann, was eigentlich ausgedrückt werden sollte. So beim Prozess gegen O.J. Simpsons vor einigen Jahren. Dessen Verteidiger meinte Simpson mit einer Statistik entlasten zu können, laut derer nur 0,1% aller Ehemänner, die ihre Frau verprügeln, diese auch ermorden. Ein gefundenes Fressen für die Anklage, die der Verteidigung vorrechnen konnte, wie belastend diese Aussage für Simpson schließlich sei. Die Wege werden erläutert, wie einfach sich die Aussagekraft von Statistiken manipulieren lässt ohne das zugrunde liegende Datenmaterial dabei zu verfälschen.
Der Leser wird dabei nicht mit Zahlen und Gleichungen malträtiert und es bedarf auch keiner besonderer mathematischer Kenntnisse, um der Argumentation beider Autoren zu folgen. Interessierte erhalten hingegen die Möglichkeit einige Lösungswege und Beispielsrechnungen in Fußnoten nachzuvollziehen. Den Autoren ist in jeder Zeile die spitzbübische Freude anzumerken, die es ihnen bereitet, diese Irrtümer und Betrügereien aufzudecken zu erklären und in einen unterhaltsamen Kontext zu packen. Allerdings sind Beck-Borholdt und Dubben bei ihren Bewertungen sehr den Zahlen verhaftet. Gerade die medizinische Forschung und Publikationswut, wird mit allerlei Häme überzogen. Die Evaluierung medizinischer Forschung ist stark Fallzahlen-Abhängig. Doch in vielen Bereichen ist die Datenmenge begrenzt und für eine stichhaltige statistische Bewertung nicht ausreichend. Die Möglichkeit, dass bei der klinischen Bewertung medizinischer Neuerungen persönliche Einschätzung und Erfahrungen einfliessen und von großer Bedeutung sind, wird vollkommen ausser Acht gelassen.
Eine Rezension von Dr. Martin Fuchs "DocFuchs" > Horb
vom 30. Januar 2010 | | |
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